Der Gartenbauverein hat für Stetten viel bewirkt
STETTEN (lg) – Während sich Tausende von Gartenfreunden an den schmucken Haus-, Freizeit- und Gemüsegärten am »Tag der offenen Gartentür» in den Stadtteilen Stetten und Maicha erfreuten (wir berichteten), nutzte der Obst- und Gartenbauverein Stetten-Maicha die Gunst der Stunde und blickte im Rahmen eines Festabends auf sein 50-jähriges Bestehen zurück. Die Festansprache hielt Dr. Hans Bauer, Leiter des Bayerischen Gartenbauverlags. Ferner wurden auch langjährige und verdiente Mitglieder für ihr Engagement geehrt.

Vorsitzender Hans Auinger freute sich in seiner Begrüßung über den zahlreichen Besuch in der »alten Scheune» der Familie Richter und blickte mittels einer Powerpoint-Präsentation auf die vergangenen 50 Jahre Obst- und Gartenbauverein Stetten- Maicha zurück. Laut Gründungsprotokoll wurde der Verein am 13. und 14. Januar 1960 im Anschluss an einen »Obst- und Gartenbaukurs», den Kreisfachberater Friedrich Ruck hielt, spontan von den 36 Teilnehmern aus der Taufe gehoben. Zum Vorsitzenden wurde Karl Schuster gewählt, sein Stellvertreter war Ludwig Krafft. Das Amt des Kassiers und Schriftführers hatte Ernst Ellinger inne und zu Beisitzern wurden die Mitglieder Karl Dollinger, Hans Oechslein und Karl Schaudig bestimmt.

Bereits nach den ersten Bildern wurde deutlich, wie sehr sich die damals selbstständige Gemeinde zum Positiven verändert hat. So engagierte sich der rührige Gartenbauverein samt dem damaligen Lehrer Hans Schlund beim Aufbau und der Gestaltung des Ortes und machte ihn zu einem liebenswerten Stück Heimat. Während dieser Zeit fand eine Dorfsanierung statt, es gab Preise für schönen Blumenschmuck, der Ort nahm am Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden» teil, es wurden Bäume gepflanzt und als Höhepunkt in der Vereinsgeschichte wurde 1983 das Stettener Heimatbuch, von Konrektor Hans Schlund geschrieben, vorgestellt. Die Ortsdurchfahrt in Stetten erfuhr 1993/94 eine Generalsanierung, zum Abschluss wurde der Dorfbrunnen seiner Bestimmung übergeben.

Auch die Jugend packte kräftig mit an, als es darum ging, das Gelände der alten Kläranlage zu einem Bolzplatz umzufunktionieren. Auch zählt seit Jahren die Teilnahme am Festzug in Gunzenhausen zu einem festen Termin der Mitglieder. Neben all den herausfordernden Arbeiten kam die Geselligkeit nie zu kurz.

Unter dem Motto »Ehre, wem Ehre gebührt» zeichneten Kreisvorsitzender Gerhard Durst und Hans Auinger fünf Gründungsmitglieder mit der Ehrennadel mit Goldkranz des Bayerischen Landesverbandes aus. Die seltene Ehrung, verbunden mit Dank und Anerkennung, wurde verliehen an Karl Büttner, Karl Funk, Friedrich Holzmeyer, Ludwig Krafft und Karl Ortner. Die Ehrennadel mit Silberkranz wurde für 25-jährige Vereinstreue überreicht an: Hans Auinger, Ida Bergdolt, Elfriede Fratz, Georg Glungler, Karolina Klungler, Gisela Lehmeyer, Karin Memmel, Irma Meyer, Käthe Müller, Manfred Nürminger, Manfred Ortner, Renate Schaudig, Alfred und Gerhard Schröppel, Lotte Schuster und Marianne Zober.

Übereinstimmend überbrachten auch die Ehrengäste Pfarrer Johannes Wagner, Bürgermeister Joachim Federschmidt und Ortssprecher Karl Gutmann in ihren Grußworten die Glückwünsche zum 50-jährigen Jubiläum und würdigten gleichzeitig das hohe Maß an geleisteter Arbeit, was unmissverständlich auch zu erkennen ist, so die Grußredner. Ferner lobten sie den Gemeinschaftsgeist der vergangenen 50 Jahre. Mit willkommenen Zuwendungen ihrerseits honorierten sie das große Engagement des aktiven Gartenbauvereins in Maicha und Stetten, der nicht nur den Ort, sondern auch die Dorfgemeinschaft geprägt hat, so der Bürgermeister.
Ein weiterer Höhepunkt war letztlich der Festvortrag von Dr. Hans Bauer. In überzeugender Weise berichtete er über die Entstehung und Bedeutung der Gartenbauvereine. Erfreut gab der in Dittenheim wohnende Fachmann zu verstehen, dass der erste Gartenbauverein 1893 in Liprichshausen in Mittelfranken durch den damals ansässigen Pfarrer gegründet wurde. Nachdem die damalige Gründung reges Interesse fand und der Schwerpunkt sich damals mehr auf besseres und mehr eigenes Obst bezog, wurde bereits ein Jahr später der Bayerische Landesverband gegründet. Als weiterer weitsichtiger Mann ging nach dem Zweiten Weltkrieg Pfarrer Korbinian Eigner in die Geschichte der Gartenbauvereine ein, als sich der Schwerpunkt vom Obst auf den Gartenbau und die Ortsverschönerung verlagerte.

Gleichzeitig erkannten auch die Landkreise die Notwendigkeit der Vereine und stellten den vielen freiwilligen Gartenbauern und Ortsverschönerern die sogenannten Kreisfachberater mit ihrem fachlichen Wissen zur Verfügung. Dass auch in Stetten offensichtlich viel geschaffen und geleistet wurde, sei unschwer zu erkennen, und so bezeichnete der »promovierte Fachmann» Stetten und Maicha als landschaftlich schöne Dörfer, in denen es sich gut leben lasse. Auch er nutzte die Festveranstaltung und dankte neben der Vorstandschaft allen aktiven Gärtnern und Gestaltern für die vorbildlichen Leistungen mit der Aufforderung: »Weiter so!».
Abschließend dankte Vorsitzender Auinger allen aktiven Helfern, die zum Gelingen der Festveranstaltung und des »Tags der offenen Gartentür» beigetragen haben, sowie den Ehrengästen für ihre lobenden Worte. Als kleine Anerkennung überreichte er schmucke, von Hans Werner Keim selbst angefertigte Vogelhäuser, die sichtlich gut ankamen. Besondere Verdienste beim Ausbau des Pfarrgartens erwarben sich Karin und Helmut Memmel, wofür ihnen Hans Auinger ebenfalls dankte. Den würdigen musikalischen Rahmen verlieh der Festveranstaltung die Walder Dorfmusik.